Rose und die verschwundene Prinzessin

Rose und die verschwundene Prinzessin - Holly Webb *Worum geht's?* Nach Roses Kinder-Rettungsaktion kann sie ihre magischen Fähigkeiten nicht länger vor Mr. Fountain verbergen. Nun ist sie nicht nur sein Diestmädchen, sondern auch sein Zauberlehrling! Ihr Leben ändert sich grundlegend: Die anderen Hausangestellten haben Angst vor der Magie und meiden sie, selbst Mrs. Jones! Nachdem Prinzessin Jane auf mysteriöse Weise verschwindet, bricht in London das totale Chaos aus. Jeder vermutet, dass Zauberer hinter der Entführung stecken. Von nun an kann Rose das Haus nicht mehr gefahrlos verlassen. Als Jane wie aus dem Nichts plötzlich wieder auftaucht, kann sie sich an nichts erinnern. Der König, der seinem Hofzauberer Mr. Fountain und seinesgleichen (noch) vertraut, bittet Rose, Jane vor einer weiteren Entführung zu beschützen. Doch ist ihre Magie schon stark genug, um sich gegen das Unbekannte zu wehren, das nicht nur Jane, sondern das gesame Königreich bedroht? *Kaufgrund:* Auf der Homepage des arsEdition-Verlags bin ich durch das Cover auf die "Rose"-Reihe von Holly Webb aufmerksam geworden. Der Klappentext versprach eine magische Geschichte und weckte meine Neugier. *Meine Meinung:* "Rose und die verschwundene Prinzessin" setzt kurze Zeit nach dem Vorgänger ein. Die wichtigsten Ereignisse aus "Rose und das Geheimnis des Alchemisten" werden wiederholt, sodass einem der Einstieg auch nach einer längeren Pause zwischen den beiden Büchern sehr leicht fällt. Grundsätzlich muss man den ersten Teil nicht gelesen haben, allerdings würde ich es durchaus empfehlen, da sonst die Verhältnisse zwischen den Charakteren unverständlich erscheinen könnten. Webbs Schreibstil ist gewohnt großartig. Er ist mitreißend, flüssig und leicht verständlich, sodass man trotz der über 300 Seiten sehr schnell mit dem Buch fertig ist. Leider liegt das auch an der für mich viel zu großen Schrift; dabei sei jedoch nicht zu vergessen, dass es sich um ein Kinderbuch handelt und ich schon aus diesem Alter heraus bin. Eine solche Schriftgröße ist also durchaus angemessen. Auch in der Fortsetzung berichtet uns ein Erzähler von Rose, ihren Freunden und ihren Abenteuern. Unsere Protagonistin hat sich kaum verändert. Noch immer ist sie hilfsbereit, liebenswürdig, klug und mutig und stellt das perfekte Vorbild für die jüngeren Leser dar. Trotz ihrer langen Zeit, die sie nun schon bei Mr. Fountain verbringt, vergisst sie niemals, dass sie aus dem Waisenhaus kommt, und ist bescheiden und genügsam. Auch wenn Rose ihre Charakterzüge behalten hat und sich somit direkt in das Herz des Lesers schleicht, merkt man ihr an, wie sehr ihr die Ereignisse aus dem Vorgänger auf das Gemüt schlagen. Bis auf ihre Zauberstunden hat sie keine Lichtblicke und verbringt ihre trostlosen Tage damit, traurig zu sein. Besonders das Mrs. Jones sie meidet, obwohl sie während "Rose und das geheimnis des Alchemisten" ein inniges Verhältnis zueinander aufgebaut haben, bedrückt sie sehr. Sobald Rose eine Aufgabe bekommt, wie zum Beispiel Prinzessin Jane zu mithilfe ihrer Magie zu beschützen, blüht sie wieder völlig auf, wird zu der lebensfrohen Rose, ist tapfer, stark und mutig. Die Nebencharaktere spielen diesmal wichtigere Rollen. Besonders Freddie, (Isa)Bella und Gus nehmen entscheidenere Positionen ein und beeinflussen das Geschehen tatkräftig. Während Gus der witzige, magische Kater bleibt (und das ist auch gut so!), werden Freddie und Bella sympathischer als im Vorgänger. Rose hat in den dreien ehrliche Freunde gefunden, die ihr in jeder Situation beistehen. Zusammen bilden sie alle ein tolles Gespann, das man sehr gerne auf ihren Abenteuern begleitet. Aber auch die neuen Nebencharaktere sind großartig gestaltet worden, besonders nennenswert sind dabei die Prinzessinen. Webb hat sie authentisch dargestellt, sie verhalten sich genauso, wie sich Prinzessinen eben verhalten sollten: Sie sind höflich, reden hochgestochen, sind zuvorkommend, sorgen sich um ihr Volk und sind jedermanns Lieblinge. Zwar sind Prinzessin Janes Essgewohnheiten nicht königlich - sie isst lieber Butterbrote statt Kuchen - aber das macht sie nur noch sympathischer! Die Bösewichte hingegen haben mir nicht so gut gefallen. Sie sind hervorragende Antagonisten. Daran gibt es nichts auszusetzen, denn sie besitzen alles, was einen typischen Schurken ausmacht. Allerdings ist der Autorin in "Rose und das Geheimnis des Alchemisten" mit Ms Sparrow so ein perfekter Bösewicht gelungen, dass sie sich selbst die Meßlatte zu hoch gesetzt hat. Leider konnte sie diesen Pluspunkt nicht aufrecht erhalten. Der Einstieg in das Buch war dank der Wiederholung der wichtigen Aspekte einfach, aber leider sehr langatmig. Es zog sich etwas hin, bis man sich komplett in die Geschichte hineinversetzen und mitfiebern konnte. Diese Anfangsschwierigkeiten waren zum Glück schnell behoben! Danach zieht die Handlung den Leser mit der Spannung völlig in ihren Bann. Wie bereits beim ersten Teil der Reihe, hält sich die Spannung bis zur vorletzten Seite, ehe man mit einem aufgeklärten "Happy End" und einem Lächeln auf den Lippen das Buch zuschlagen kann. Leider war mir das Ende zu knapp. Erst ziemlich spät klärt sich durch einen Überraschungsmoment alles auf. Einerseits wurde dadurch das Rätselraten sehr lange aufrecht erhalten und der Lesedrang gestärkt, andererseits ging danach alles viel zu hektisch. Genau an dieser Stelle wären ein paar Seiten mehr wirklich lohnenswert gewesen! Da sehr viele Geheimnisse und Fragen ungelöst blieben, setze ich nun meine ganze Hoffnung in die Fortsetzung. *Cover:* Das Cover passt überhaupt nicht zum Vorgänger. Bis auf den Schriftzug deutet nichts darauf hin, dass es sich um eine Buchreihe handelt. Das Cover es zweiten Teils gefällt mir allerdings viel besser als das des ersten. Die wunderschönen, harmonischen Farben und die Silhouetten verleihen "Rose und die verschwundene Prinzessin" eine magische Atmosphäre, die prima zum Inhalt passt. *Fazit:* "Rose und die verschwundene Prinzessin" ist eine gelunge Fortsetzung und ich kann es jetzt schon kaum aushalten, den nächsten Teil der "Rose"-Reihe in meinen Händen zu halten. Trotzdem hat es mich nicht so sehr begeistert wie der Vorgänger. Der Anfang war mir etwas zu langatmig, während das Ende viel zu knapp behandelt wurde. Insgesamt ziehe ich einen Punkt ab und vergebe 4 Sterne.